wasser aus plastikflaschen ungesund
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Wasser aus Plastikflaschen – gesund oder ungesund?

Viele Menschen bevorzugen es, Wasser in Plastikflaschen zu kaufen, denn das Gewicht ist im Vergleich zu Glasflaschen viel geringer. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Plastikflaschen beim Herunterfallen nicht zerbrechen. Dadurch wird zudem eine Verletzungsgefahr verhindert, was vor allem wichtig ist, wenn Kinder im Haushalt sind.

Doch wie verhält es sich mit den wissenschaftlichen Untersuchungen, die immer lauter werden lassen, dass Wasser aus Plastikflaschen ungesund ist? Es nämlich aufgrund der enthaltenen chemischen Stoffe möglicherweise belastet ist.

Nachfolgend wird erläutert, wodurch die Belastung entsteht und warum es ratsam ist, Glasflaschen zu kaufen.

Im Mineralwasser sind hormonähnliche Stoffe enthalten

Zweifelsohne ist es sehr wichtig, jeden Tag ausreichend zu trinken. Doch welche Getränke sind gesundheitlich unbedenklich? In Wasserflaschen aus Plastik haben Forscher der Frankfurter Universität hormonähnliche Substanzen nachgewiesen, beispielsweise das weibliche Sexualhormon Östrogen. Dies sollte nicht unterschätzt werden, denn bei 12 von 20 Mineralwassermarken wurde immerhin eine hormonelle Wirkung nachgewiesen.

Nebenbei wurde Leitungswasser verglichen und es zeigte sich, dass dieses geringer belastet ist. Eine konkrete Gesundheitsgefahr habe dies nicht zur Folge, doch zumindest konnte belegt werden, dass in Nahrungsmitteln Umwelthormone vorkommen, die möglicherweise aus den Kunststoffverpackungen stammen. Zur Herstellung verwendete Stoffe wie Weichmacher werden verdächtigt, dass diese das Wasser befallen und somit schädigen können.

In den Untersuchungen war die Östrogen-Belastung in den Wasserflaschen aus Kunststoff im Vergleich zu Glasflaschen ungefähr doppelt so hoch.

Geht von Plastikflaschen eine grundsätzliche Gefahr aus?

Diese Frage, ob das Wasser aus Plastikflaschen schädlich ist, kann nur schwer beantwortet werden. Hier sind noch weitere Forschungen nötig. Dennoch wurde in den Tests eindeutig belegt, dass die gemessene Konzentration der Schadstoffe in den Glasflaschen erheblich geringer ausfiel, als es bei Plastikflaschen der Fall ist. Ob dies tatsächlich am verwendeten Material liegt, muss noch geklärt werden.

Zumindest spricht vieles dafür, denn auch der „Spiegel“ ließ verlauten, dass in einer Studie nachgewiesen werden konnte, dass Weichmacher in Plastikflaschen die menschliche Gesundheit beeinflussen könnten. Forscher in den USA fanden bereits 2005 heraus, dass der vermutlich bekannteste Weichmacher Bisphenol A in Baby-Trinkflaschen schon in geringen Mengen schädlich für die Hirnentwicklung von Kleinkindern ist.

Heutzutage darf dieser Weichmacher bei der Herstellung der Trinkflaschen für Babys nicht mehr verwendet werden. Doch Weichmacher gelten generell als sehr bedenklich für die Gesundheit.

Glasflaschen bevorzugen

Wer sicher gehen möchte, dass sein Mineralwasser nicht chemisch belastet ist, sollte vermehrt Getränke aus Glasflaschen wählen. Laut Studien sind die Werte der hormonähnlichen Substanzen hier im Gegensatz zu Plastikflaschen nur ungefähr halb so hoch. Wenn Sie dennoch ab und an eine Plastikflasche verwenden möchten, da diese unterwegs besser geeignet ist, sollten Sie zumindest auf Mehrwegflaschen zurückgreifen.

Da diese aus einem festeren Kunststoff gefertigt sind, ist auch der Anteil an Weichmachern geringer. Zudem sollten Plastikflaschen nicht zu oft neu aufgefüllt werden, denn dadurch kommen neben den Schadstoffen auch noch Bakterien dazu, die durch die Luft, Hände und den Mund in die Flasche gelangen. Auch wichtig ist es, dass Plastikflaschen nicht zu warm gelagert werden. Vor allem die Sonneneinstrahlung ist hier gefährlich, da sich durch die Wärme und UV-Strahlung mehr Stoffe aus dem Material lösen.

Häufig merkt man es selber, dass das Wasser sehr nach Plastik riecht oder schmeckt. In diesem Fall ist es ratsam, es nicht mehr zu trinken und die Flasche zu entsorgen.

Denken Sie darüber nach, eine BPA-freie Trinkflasche oder einen guten Wasserfilter zu kaufen, denn diese ist viel gesünder. Mittlerweile sind bunte Mehrweg-Plastikflaschen erhältlich, die ohne BPA sind. Eine weitere gute Alternative sind Trinkflaschen aus Glas oder Stahl. Diese sind auch zum Wiederbefüllen sehr gut geeignet.