gifte im wasser
Thomas Picard - Freeimages.com

Sind im Wasser Gifte enthalten? Können es Babys und Kinder bedenkenlos trinken?

Viele Menschen trinken das Wasser aus dem Wasserhahn, was meist auch kein Problem darstellt. Doch wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Genügt die Qualität, dass es auch die Kinder trinken können, ohne dabei gesundheitliche Risiken einzugehen?

Die Deutsche Trinkwasserverordnung schreibt für die Schad- und Mineralstoffe Höchstgrenzen fest, die streng und regelmäßig kontrolliert werden. Auch bei abgepacktem Wasser, das in den Geschäften erhältlich ist, gelten hinsichtlich der Inhaltsstoffe Grenzwerte, die einzuhalten sind, beispielsweise bei Mineral- oder Tafelwasser.

Auch hier kommt immer wieder die Frage auf, ob es Grund zur Sorge gibt. Bei Erwachsenen ist dies keinesfalls so. Das Trinkwasser ist zwar in den vergangenen Jahren qualitativ ein wenig schlechter geworden, kann jedoch ohne gesundheitliche Bedenken getrunken werden. Wer unsicher ist, sollte lediglich die Bedingungen in der Wasserversorgung vor Ort beachten. Hier kann geprüft werden, wie beispielsweise die Leitungen beschaffen sind, ob das Wasser vielleicht veraltete oder verrostete Bleirohre passieren muss, die Region eine starke Landwirtschaft betreibt etc

Anders sieht es jedoch bei Babys und Kindern aus, denn diese entwickeln sich körperlich noch und nicht alle Funktionen sind bereits ausgereift. Die Kleinsten reagieren im Vergleich zu Erwachsenen viel empfindlicher auf Schadstoffe.

Werden durch das Wasser chemische Substanzen, Schwermetalle wie Blei oder Mineralstoffe wie Kalium oder Natrium in hohen Dosen aufgenommen, kann dies zu körperlichen Störungen oder bleibenden Schädigungen führen. Daher ist es vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern sehr wichtig, das darauf geachtet wird, aus welcher Quelle das Wasser kommt.

Was gilt es beim Trinkwasser aus der Leitung zu beachten?

Zunächst einmal sollte Säuglingen und Kindern grundsätzlich kein Wasser direkt aus der Leitung zu trinken gegeben werden. Für die Zubereitung von Milchpulver oder Tee wird es abgekocht. Dies reduziert zwar mögliche Keime, bekämpft aber keine Schadstoffe, denn diese können nicht durch ein Kochen einfach entfernt werden. Daher ist es wichtig, das Wasser im Vorfeld zu prüfen.

Wo ist es möglich, sich über die Schadstoffbelastung im Trinkwasser zu informieren?

Die Deutsche Trinkwasserverordnung schreibt für bestimmte Stoffe Grenzwerte vor. Von Medizinern und Institutionen wird allerdings häufig darüber diskutiert, ob diese genügen, um garantieren zu können, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind. Da dies noch nicht zu 100 Prozent geklärt werden konnte, sollte insbesondere bei Kindern darauf geachtet werden, dass Schadstoffe im Wasser möglichst gemieden werden, um die Gesundheit nicht zu gefährden.

Im jeweiligen Wasserwerk der Region kann die Wasserqualität erfragt werden, denn dort liegen Informationen vor, welche Stoffe und in welcher Konzentration diese im Wasser zu finden sind. Die nächste Prüfung sollte in Bezug auf die Rohre, durch die das Wasser fließt, erfolgen, denn gerade hier lauern oftmals gesundheitliche Gefahren.

Vor allem Bleileitungen sind stark gesundheitsgefährdend, denn der Giftstoff Blei lagert sich im Knochengerüst ein. Auch das Nervensystem wird geschädigt. Besonders anfällig für gesundheitliche Risiken sind Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere. Sie nehmen viel mehr Blei aus dem Trinkwasser auf. Kinder können durch eine starke Bleibelastung unkonzentriert und unaufmerksam wirken sowie langsamer reagieren. Während der ersten Lebensjahre wird durch eine zu hohe Konzentration an Blei die Intelligenzentwicklung beeinträchtigt.

Auch Kupferleitungen stellen eine Gefahr von gesundheitlichen Schädigungen dar. Dies gilt vor allem in Regionen mit einem stark sauren Wasser, denn dadurch wird die Kupferkonzentration erhöht. Wenn aus diesem Wasser Säuglingsnahrung zubereitet wird, ist das Kleinstkind nicht in der Lage, das Kupfer ausreichend auszuscheiden. Stattdessen wird das Kupfer gespeichert. Dies kann zu einer Hyperaktivität führen.

Bei der Einschätzung von gesundheitlichen Risiken muss zudem beachtet werden, dass die Belastung meistens nicht nur durch ein Metall hervorgerufen wird, sondern eine Belastung des Körpers durch mehrere Metalle erfolgt. Diese gehen Wechselwirkungen ein und verstärken sich gegenseitig. Da beide Metalle Blei und Kupfer beispielsweise als Material für die Leitungen dienen, besteht ein potentielles gesundheitliches Risiko.

Weitere gefährliche Stoffe, die in das Trinkwasser gelangen, beispielsweise Chlor, Nitrat oder Pestizide können im Wasser zum Teil eine hohe Konzentration an schädlichen Substanzen bewirken. Glücklicherweise sind die starken Verschmutzungen des Wassers meist regional begrenzt, sodass es zum großen Teil eine gute oder sehr gute Qualität hat.

Kinder müssen viel trinken

Ein Flüssigkeitsmangel kann dazu führen, dass das Kind häufig erschöpft, träge, müde und weinerlich ist oder über Kopfschmerzen klagt. Der Stoffwechsel funktioniert einfach nicht richtig, wenn zu wenig getrunken wird. Kinder benötigen im Gegensatz zu Erwachsenen viel mehr Flüssigkeit, auf die Körpergröße gerechnet. Wenn sie zu wenig trinken, verringern sich die Konzentration und die Muskelkraft und die Hirnzellen arbeiten langsamer.

Kinder im Alter von ein bis drei Jahren sollten etwa 820 Milliliter Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen. In der heißen Jahreszeit verdoppelt sich der Flüssigkeitsbedarf sogar.

Was sollten Kinder trinken? Fruchtsaft ist zwar gesund, sollte jedoch mit Wasser verdünnt angeboten werden, da er viel Fruchtzucker enthält. Abgeraten wird von Zuckerbomben wie Limonade, Eistee und Fruchtnektar. Diese Getränke führen zu Übergewicht und schädigen die Zähne. Die kalorienarmen Light-Getränke erhöhen oftmals den Appetit auf Süßes, da sie sehr süß schmecken. Am besten geeignet sind Wasser und ungesüßter Tee. Dies sollte das Kind regelmäßig über den Tag verteilt trinken.

Was kann also dafür getan werden, um sauberes Wasser zu genießen?

In erster Linie sollte beim zuständigen Wasserversorger in Erfahrung gebracht werden, ob das Wasser mit Schadstoffen belastet ist. Wer in alten Wohnungen oder Häusern wohnt, kann sich beim Vermieter nach dem Material der Steigleitungen erkundigen. Bei Bleileitungen sollte ein schnellstmöglicher Austausch gefordert werden. Nur wer über zuverlässige Informationen verfügt, kann gezielt bei der Zubereitung von Nahrung, Tee etc. für das Kind vorgehen.

Ist das Trinkwasser stark mit Blei, Kupfer, Nitrat u.s.w. belastet, sollte abgepacktes Wasser verwendet werden, um gesundheitliche Gefahren zu vermeiden. Wenn das Trinkwasser aus der Leitung entnommen wird, sollte zudem darauf geachtet werden, dass kein Standwasser verwendet wird, sondern das Wasser zuerst einige Zeit fließt, bis es deutlich kälter wird.

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung muss es zusätzlich abgekocht werden, um Keime, Bakterien, Viren, Fäkalien etc. zu zerstören. Die Bakterien und Keime, die sich im Wasser befinden, vermehren sich zum Beispiel auf dem Milchpulver innerhalb einer kurzen Zeit.

Ist ein Wasserfilter eine Alternative?

Wasserfilter sind eine gute Möglichkeit, um schadstoffarmes Wasser zu erzielen, allerdings hat dies nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile. Die Auswahl sollte ganz bewusst erfolgen, denn insbesondere Kohlegranulat- oder Ionenaustauscher als Tischfilter sollten mit Bedacht verwendet werden (mehr dazu hier). Schadstoffe und Metalle werden aus dem Wasser zwar herausgefiltert, doch oftmals werden andere schädliche Stoffe beigefügt und es kann zu einer erhöhten Keimbelastung im Wasser kommen.

Des Weiteren gelangen durch diese Filter Aktivkohlestaub und Silber in das Wasser, denn das Granulat wird gewöhnlich mit kolloidalem Silber bedampft, damit es am systembedingten Nachverkeimen gehindert wird. Ebenso unvorteilhaft ist die geringe Kapazität des Austausches der Filter, die schnell voll sind.

Auch die Dampfdestillation ist eine Filtermethode mit negativen Auswirkungen, denn das Wasser wird zwar von Schwermetallen und anorganischen Mineralien gereinigt, allerdings werden gleichzeitig wichtige Mineralien wie Magnesium und Kalzium entzogen, die der Körper dringend benötigt. Ein weiteres Verfahren zur Filterung ist die Umkehrosmose. Auch davon wird abgeraten, denn dem Wasser werden sämtliche wichtige Mineralstoffe genommen. Auch in Bezug auf den Umweltschutz steht diese Methode in der Kritik, denn um einen Liter Wasser zu reinigen, werden 10 Liter Wasser benötigt.

Aufgrund der genannten Nachteile der verschiedenen Filtermethoden wird empfohlen, bei der Zubereitung von Säuglingsnahrung keine Wasserfilter zu verwenden. Bei größeren Kindern und Erwachsenen können sie jedoch eine gute Alternative sein, um dem Wasser Schadstoffe zu entziehen. Dabei sollten allerdings die Austauschabstände der Filter genau eingehalten werden. Zudem ist es ratsam, dass auch das gefilterte Wasser stets abgekocht wird.