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Fakten rund um unser Wasser

Wasser ist das wichtigste Grundnahrungsmittel und auch der Körper besteht zu rund 70 Prozent aus Wasser. Allein durch das Gehirn fließen jeden Tag 1.400 Liter Wasser, wodurch die Nerven mit Nährstoffen versorgt werden. Mehr als 2 Liter werden davon jedoch ausgeschieden und müssen dem Körper daher täglich wieder zugeführt werden.

Möglichkeiten hierfür gibt es genug, denn der Durstlöscher ist in zahlreichen Varianten erhältlich, beispielsweise Tafel-, Mineral- und Leitungswasser. Nachfolgend werden die Unterschiede und viele weitere Tipps erläutert, um beim Kauf des Wassers den Überblick zu behalten und das eigene Trinkverhalten bewusst zu gestalten.

Die verschiedenen Wasserarten

Mineralwasser ist Deutschlands beliebtestes alkoholfreies Getränk und auch die Auswahl ist riesig. Der Verbraucher kann zwischen rund 500 verschiedenen Mineral- und 40 Heilwässern entscheiden. Die große Vielfalt beginnt vom Leitungswasser, das nicht einmal einen Cent kostet und endet beim Luxuswasser für 80 Euro. In Deutschland stammt das Trink- oder Leitungswasser zu 70 Prozent aus Grund- und zu 30 Prozent aus Oberflächenwasser, beispielsweise aus Seen oder Flüssen.

Im Anschluss wird das Wasser gereinigt und zum Gebrauch aufbereitet, wobei Keime und Verunreinigungen entfernt werden. Die Qualität des Trinkwassers muss festgelegten Kriterien entsprechen. Die gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften für Trinkwasser, die in der Verordnung geregelt sind, sollen negative gesundheitliche Auswirkungen vermeiden, die durch verunreinigtes Wasser möglich sind.

Auch die so genannte Mineral- und Tafelwasserverordnung hat strenge Grenzwerte vorgeschrieben, damit kein verschmutztes Mineralwassers verkauft wird. Zudem ist in der Verordnung, die nicht für Heilwasser gilt, alles rund um die Herstellung, Behandlung und Bereitstellung zum Gebrauch des natürlichen Mineral-, Quell- und Tafelwassers geregelt. Beim natürlichen Mineralwasser handelt es sich um ein reines Naturprodukt, das aus unterirdischen Wasserquellen stammt, die vor Verunreinigungen geschützt sind.

Dieses wird direkt am Quellort abgefüllt. Das natürliche Produkt darf nur eingeschränkt behandelt werden, beispielsweise um unbeständige oder aus Gesteinen stammende Inhaltsstoffe wie Schwefel oder Eisen zu entfernen, Kohlensäure zu reduzieren oder hinzuzufügen. Die Behandlungsverfahren sind gesetzlich genau definiert. Die wesentlichen Bestandteile, welche die Charakteristik des Mineralwassers bestimmen, dürfen nicht verändert werden.

Quellwasser, das aus unterirdischen Vorkommen stammt, muss ebenso direkt an der Quelle in die Gefäße, die für den Endverbraucher bestimmt sind, abgefüllt werden. Im Gegensatz zum natürlichen Mineralwasser können hier mehr Stoffe hinzugefügt oder entfernt werden, zum Beispiel Mineralien. Quellwasser muss in der Zusammensetzung den Kriterien entsprechen, wie sie für Trinkwasser gelten.

Beim Tafelwasser handelt es sich um ein Produkt, das aus Wasser, Sole sowie Mineralstoffmischungen industriell hergestellt wird. Es ist ein kein reines Naturprodukt und kann an jedem Ort produziert und abgefüllt werden. Die Basis bilden Trink- oder Mineralwasser und zugegeben werden beispielsweise Sole oder zugelassene Mineralstoffe. Die Bezeichnung „natürlich“ dürfen nur Mineral- und Heilwasser erhalten, um eine Verwechslung auszuschließen.

Heilwasser stammt ebenso aus unterirdischen Vorkommen. Es muss auch direkt am Quellort in die dafür vorgesehenen Gefäße abgefüllt werden. In Heilwasser sind Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten, die bei verschiedenen Erkrankungen lindernd oder sogar heilend wirken können, was durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen wurde. Heilwasser ist nach dem Arzneimittelrecht zugelassen, jedoch frei verkäuflich.

Ein weiterer Durstlöscher ist das Bio-Mineralwasser, welches gesund und qualitativ gut sein und zudem strengere Kriterien erfüllen muss, als es in der Mineralwasserverordnung vorgeschrieben ist. Dies gilt auf die Bereiche Naturbelassenheit, Nachhaltigkeit, Mikrobiologie, Chemie sowie transparente Information. Die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. vergibt hier das Qualitätssiegel, das dem Kunden eine höchste Qualität und Sicherheit bieten soll.

Welche Mineralstoffe sind im Trink- oder Mineralwasser enthalten?

  • Sulfat, eine Schwefelverbindung, beeinflusst das Verdauungssystem positiv. Es wirkt beispielsweise abführend.
  • Natrium ist für den Körper unverzichtbar. Es ist wichtig für die Wasserverteilung sowie das Nervensystem.
  • Magnesium kontrolliert die Energieversorgung, die Stoffwechselvorgänge und wirkt sich positiv auf das Muskel- und Nervensystem aus.
  • Fluorid wirkt bei Karies remineralisierend und hilft dabei, den Zahnschmelz aufzubauen.
  • Hydrogencarbonat regelt den Säure-Basen-Haushalt.
  • Eisen spielt eine wichtige Rolle für den Körper, kann in zu hohen Dosen jedoch ebenso schädlich sein.
  • Kalzium spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau der Knochen und Zähne.
  • Kieselsäure sind die wasserlöslichen Teile von Silicium, das gut für unsere Zellen, das Bindegewebe und Immunsystem ist.
  • Chlorid ist an den meisten Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt, beispielsweise dem Herzrhythmus, Wasserhaushalt und der Nervenleitung.
  • Kohlensäure: In der Wasserflasche handelt es sich genau genommen um keine Kohlensäure, sondern um CO2 (Kohlendioxid), das dem Wasser zugefügt wird und sehr gut löslich ist. Bei der Zusammenmischung entsteht zwar tatsächlich Kohlensäure, aber nach wenigen Nanosekunden zerfällt diese wieder, wodurch der saure Geschmack entsteht.

Jede Mineralwasserart enthält unterschiedlich viel Kohlensäure:

  • Stilles Wasser weniger als 1 g/l Kohlensäure
  • Medium Wasser 4 bis 5,5 g/l,
  • Classic Wasser etwa 7 g/l Kohlensäure

Die Entstehung von Mineralwasser

Mineralwasser entsteht in einem langen und natürlichen Prozess aus Regenwasser. Niederschlag dringt in den Boden und über mehrere Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinweg sickert es durch die Erd- und Gesteinsschichten. Das Wasser wird auf dem Weg ins Erdinnere gereinigt, gefiltert sowie mit Mineralstoffen und Kohlensäure angereichert. Es sammelt sich in den Schichten, wo es vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Betriebe erschließen die Vorkommen des Mineralwassers.

Mit der Hilfe von Brunnen wird das Mineralwasser an die Oberfläche gefördert. Enthält es viel Kohlensäure, steigt es von selber nach oben. Ist dies nicht der Fall, werden große Pumpen verwendet. Das Mineralwasser wird direkt vor Ort für den Verkauf in Flaschen oder Tetra-Paks abgefüllt. Deutschland verfügt über etwa 210 Brunnenbetriebe.

Leitungs- oder Mineralwasser? Welches ist besser?

In Deutschland ist Mineralwasser das beliebteste Getränk. Im Durchschnitt werden pro Person und Jahr 130 Liter getrunken. Nicht ohne Grund, denn Mineralwasser enthält keine Kalorien und ist gesund. Doch das Gleiche gilt ebenso für Leitungswasser. Auch sehr beliebt ist das Mineralwasser, da viele gelöste Mineralien enthalten sind. Zum Teil werden diese vom Körper allerdings gar nicht aufgenommen, denn allein durch die Nahrung wird der Bedarf an Mineralstoffen gewöhnlich schon gedeckt, sodass das Mineralwasser maximal ergänzend wirkt.

Leitungswasser enthält laut Stiftung Warentest in einigen Gebieten sogar noch mehr Mineralstoffe. Dennoch sind viele Verbraucher hinsichtlich der Qualität des Trinkwassers verursachen, weshalb sie lieber Mineralwasser bevorzugen. Doch hierfür gibt es keinen Grund, denn Trinkwasser wird in Deutschland sehr streng kontrolliert und unterliegt im Vergleich zu Mineralwasser noch strengeren Vorschriften.

Daher verfügt Trinkwasser in allen Regionen über eine sehr gute Qualität. Dass Mineralwasser dennoch beliebter ist, liegt auch daran, dass die Hersteller gezielt werben und es als Wellnessgetränk präsentieren.

Grundsätzlich muss jedoch auch erwähnt werden, dass die Rohre im Haus die Qualität und den Geschmack des Wassers beeinträchtigen können. Vor allem Rohre aus Blei und Kupfer oder verzinkte Eisenrohre erhöhen das Risiko, dass Schadstoffe in das Wasser gelangen können. Die verwendeten Materialien der Leitungen können beim zuständigen Wasserversorger erfragt werden.

Ein Vorteil, der für Leitungswasser spricht, ist der Preis, denn ein Liter Trinkwasser kostet nur 0,003 Euro. Dies macht pro Tag bei einem Wasserkonsum von zwei Litern nur 2,40 Euro pro Jahr. Mineralwasser ist ab 0,13 Euro je Liter erhältlich. Dies ergibt bei zwei Litern täglich etwa 95 Euro jährlich.

Umweltfreundlichkeit

Leitungswasser hat eine viel bessere Ökobilanz als Mineralwasser. Durch die Herstellung der Flaschen, die Abfüllung und den Transport des Mineralwassers werden viel Energie sowie fossile Rohstoffe verbraucht. Die Plastikflaschen sind häufig Einweg-Pfandflaschen, bei dessen Beseitigung bei der Verbrennung Kohlenstoffdioxid entsteht. Wasser in wiederverwertbaren Glasflaschen ist hier die bessere Alternative.

Wer unterwegs kein Glas verwenden möchte, kann auch Leitungswasser in Plastikflaschen füllen, die wieder verwertbar sind. Im Gegensatz zu den Plastikflaschen aus dem Supermarkt sind hier auch keine Weichmacher enthalten, die in der Kritik stehen, gesundheitsschädlich zu sein. Doch auch das Leitungswasser führt zu Umweltschäden, denn für die Wasseraufbereitung wird beispielsweise Energie benötigt.

Allerdings sind die verursachten Umweltbelastungen bei Mineralwasser laut Schätzungen von Experten 90 bis 1000-mal höher. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Transportwege des Wassers. Aus diesem Grund sollte regionales Wasser gewählt werden.

Wie viel Wasser ist pro Tag empfehlenswert?

Wasser ist ohne Frage lebenswichtig, da der Körper jeden Tag etwa zwei Liter Wasser verliert. Dieser Verlust muss wieder ausgeglichen werden. Wie viel genau getrunken werden muss, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, beispielsweise der körperlichen Belastung, dem Alter und der Temperatur. Generell sind mindestens ein Liter Flüssigkeit, bei körperlicher Bewegung zwei sowie an heißen Tagen sogar bis zu drei Liter empfehlenswert.

Wichtig ist, dass nicht erst bei einem entstandenen Durstgefühl, sondern regelmäßig getrunken wird. Bereits ein kleiner Flüssigkeitsmangel kann zu Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Müdigkeit führen. Bei einem dauerhaften Flüssigkeitsdefizit besteht die Gefahr von Nierenschäden.